The Lying Game #1

„The Lying Game – Und Raus Bist Du“ von Sara Shepard (2010)

Nachdem ich angefangen habe, die Pretty Little Liars-Reihe von der Autorin zu verschlingen (eine ausführliche Besprechung kommt noch, sobald ich komplett durch bin, aktuell habe ich zehn von sechzehn Bänden gelesen und nein, ich mache keine halben Sachen), hat mich eine fürsorgliche Freundin mit ihrer anderen Buchreihe bekannt gemacht. Anders als bei Pretty Little Liars ist mir bei The Lying Game die Serie nicht bekannt gewesen – und ich habe mich auf das große Unbekannte eingelassen…

Worum geht es?

Seit ihrer frühen Kindheit wird Emma von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht, macht kleine Jobs, um Geld fürs College zu sparen und hat gelernt, sich in kürzester Zeit auf ein neues Umfeld einzustellen. Zwei Wochen vor ihrem achtzehnten Geburtstag entdeckt sie durch Zufall ein Video von einem Mädchen, das erwürgt wird. Und genauso aussieht wie sie selbst. Nach einigen Nachforschungen findet Emma heraus, dass sie eine Zwillingsschwester hat, die ein deutlich glamouröseres Leben führt als sie selbst. Doch als Emma der Einladung ihrer Schwester in die beschauliches Kleinstadt Tucson folgt, merkt sie schnell, dass nicht alles so perfekt ist wie es auf dem Facebook-Profil ihrer Schwester ausgesehen hat. Zur Begrüßung wird Emma von den Freundinnen ihrer Schwester und ominösen Drohungen empfangen … und schnell wird klar, dass es ein entscheidendes Problem mit dem Leben der fabelhaften Sutton Mercer gibt: es ist bereits vorbei. Und irgendjemand möchte, dass Emma ihren Platz einnimmt. Denn wo keine Leiche ist, da gab es auch keinen Mord. Oder?

Read it or eat it?

Die Geschichte wird aus Emmas Perspektive erzählt – und zugleich von Sutton kommentiert. Dieser narrative Kniff ist zuerst ein wenig gewöhnungsbedürftig, zeigt aber bald seine Stärke. Emma lernt die Welt der verschwundenen Sutton neu kennen – und Sutton beobachtet Emma dabei und versorgt den Leser ab und an mit Erinnerungen aus ihrer nicht ganz untadeligen Vergangenheit, die vermeintliche Hinweise darauf geben, wer sie ermordet hat. Sutton weiß nicht mehr, wie sie gestorben ist – und Emma möchte es herausfinden. Suttons Freundinnen, ihr Freund, ihre Familie, alle sind verdächtig und der Leser muss genau wie Emma bewerten, wem er vertrauen kann und wem nicht.

Das Setting von The Lying Game ist den Stammlesern von Shepard altvertraut: eine kleine Stadt, eine Gruppe gemeiner Mädchen und viele viele Geheimnisse. Im Gegensatz zu Pretty Little Liars gibt es allerdings deutlich weniger Handlungsstränge und nur eine richtige Perspektive, wodurch die Geschichte wesentlich zielführender erzählt wird. (Wahrscheinlich gibt es deshalb von der einen Reihe sechzehn Bände und von der anderen sechs.) Emma ist eine unbelastete, beinahe schon unbedarfte und deswegen stellenweise naive Erzählerin (ich persönlich warte noch auf ihren Durchbruch), die versucht die dunklen Abgründe ihrer Zwillingsschwester zu ergründen. Verglichen mit Emma scheint Sutton nämlich zu Lebzeiten ein regelrechtes Biest gewesen zu sein, auch wenn sie im Jenseits nichts mehr davon weiß und nur das vage Gefühl hat, dass sie selbst an ihrem Tod vielleicht nicht ganz unschuldig sein könnte. Die Unterschiede zwischen Emma und Sutton sind anfangs klar und deutlich gezeichnet, aber als hoffnungsvoller Leser glaubt man natürlich daran, dass die Klischees bald schwinden und die Grenze zwischen Schwarz und Weiß verwischt wird…

Ich sehe Potenzial – und muss der Übersetzerin ein großes Kompliment aussprechen. Es mag daran liegen, dass The Lying Game und die deutsche Jugendsprache seiner Übersetzung ein paar Jahre weniger auf dem Buckel haben, aber Violeta Topalova hat sich meiner bescheidenen Meinung nach gesteigert. Ich hab nur ein oder zweimal zusammengezuckt, weil ein Begriff irgendwie echt „out“ war.

Wer „The Lying Game – Und du bist raus“ mag, der liest vielleicht auch gerne:

  • Buchreihen in diesem Stil, von denen es sicherlich zahlreiche gibt, sodass ich hier nur meine drei aktuellen Favoriten nenne: Gossip Girl und It Girl von Cecily von Ziegesar und natürlich die endlose Saga über die kleinen Lügnerinnen von Sara Shepard herself.

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